Info: Filmmusik

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Filmmusikkompositionen, die genau auf die Szenen des jeweiligen Films zugeschnitten sind und ins Ohr gehen, sind die Spezialität von Ulrich Kodjo Wendt. Jeder Film hat seinen eigenen unverwechselbaren Klang. Back in Trouble (1997) von Andy Bausch, ein Gangster-Roadmovie mit Thierry van Werveke, Moritz Bleibtreu und Oscar Ortega-Sanchez, ist ein Bluesfilm. Thorsten Wettckes Komödie Die Rosenfalle (1997) ist von bösen Tangos und Salonmusik durchsetzt. Sensin (1995) von Fatih Akin gibt es eine Mischung aus Jazz, Latin und Krimimelodien. In Bunte Hunde (1995) von Lars Becker ist ein Walzer zu hören, der an französische Cafés erinnert. Getürkt (1997) von Fatih Akin birgt türkischen Soul, Reggae, Punk und traditionelle Musik.

Für Kurz und Schmerzlos (1998), Fatih Akins preisgekrönten Kinofilm, hat U.K.Wendt einen Soundtrack mit Einflüssen türkischer und serbischer Musik, Jazz, Rock, Latin und traditioneller Filmmusik komponiert. Das druckvolle Main Theme wechselt sich ab mit dem romantischen Liebesthema Sende Gör, auf das wiederum die Tarantella Caduta Sassi (italienisch für Steinschlag) beim Essen von Alice und Bobby mit dem Big Boss Muhamer folgt. Je böser die Stimmung in der Szene wird, desto lustiger klingt die Tarantella. Nema Ništa (serbo-kroatisch für nicht mehr, gar nichts) ist aus dem Autoradio von Muhamer zu hören, als er mit Bobby zu dessen Bewährungsprobe fährt. So lösen einander Sourcemusiken, die am Ort der Handlung zu hören sein könnten, und pure Filmmusiken ab.

Seit 1998 spielt er mit der UKW Band (Ulrich Kodjo Wendt Band) live Filmmusik und andere eigene Kompositionen. 2000 entstand die Musik zum Fatih-Akin-Film Im Juli. Die UKW Band ist während der ersten Begegnung von Daniel (Moritz Bleibtreu) und Juli (Christiane Paul) als Strassenmusikband zu sehen.  Bereits vor den Dreharbeiten wurde das Thema Güneşim komponiert. Idil Üner erfand den Text des Liedes, das sie in der Strandszene singt. Am Schluss des Films ist es bei der Wiederbegegnung von Melek und Daniel noch einmal zu hören.

Für den Dokumentarfilm Schuss ins Blau (2005) von Christian Bau komponierten Ramon Kramer und Ulrich Kodjo Wendt einen Soundtrack, der an den Jazz der späten 50er Jahre erinnert. Die meisten Stücke wurden von den Musikern live gemeinsam im Studio zum Bild eingespielt.

Bei Kebab Connection (2005) laufen in der Hochzeitsfeier am Ende des Films alle Fäden der Handlung zusammen. Wüste Filmproduktion und Regisseur Anno Saul wünschten sich eine Musik, die so klingt, als werde sie von der Band, die im Bild zu sehen ist, gespielt, die aber gleichzeitig die Handlung liebevoll-ironisch begleitet. Dieses Hochzeitsthema ist auch in den Begegnungen der beiden rivalisierenden Imbissbesitzer in Variationen zu hören.